Ausgabe 03/2020

Die Corona-Pandemie und der Lockdown trafen alle Bereiche des Segelsports. Die Fahrtensegler, die ihre Schiffe nichts ins Wasser bringen konnten genauso wie die Regattasegler- und Organisatoren.

„Mein erster Auftrag in der Zeit nach Corona ist der CKA Safety Day“

SEGEL JOURNAL sprach mit Fotograf Christian Beeck über die Auswirkungen der Krise und die Monate, in denen Segelsport kaum stattfand 

Wie hart hat Euch als Fotografen der Lockdown und die Absage aller Regatten getroffen?

Ab 10. März kamen die ersten Absagen, mit jeder abgesagten oder verschobenen Regatta wurde auch bei uns ein sicher geglaubter Auftrag storniert oder auf unbestimmt verschoben. Ich denke, uns Eventfotografen hat die Krise besonders hart getroffen. Statt einem guten Start in eine arbeitsintensive Saison wurden wir in eine längere Zwangspause geschickt.

Habt Ihr die Zeit im Homeoffice genutzt, um Euer ohnehin sehr gut gepflegtes Archiv noch einmal zu optimieren?

Ja, wir haben viele Kleinigkeiten verbessert, die als Summe groß und sinnvoll werden. Wir haben nicht nur Bilder neu beschriftet und zum Teil neu sortiert, sondern auch unsere Server aufgeräumt. Und wir haben es endlich geschafft, unsere Internetseite mit den passenden SEO und IPTC Beschriftungen zu versehen – alles Fleißarbeiten, für die sonst immer zu wenig Zeit ist. Außerdem haben wir uns in Onlineschulungen über Fotografie und digitale Bildbearbeitung weitergebildet.

Habt Ihr bei der Durchsicht der vielen Bilder Schätze wiederentdeckt?

Das eine oder andere falsch einsortierte oder noch nicht beschriftete Bild findet sich immer. Vor allem aber haben wir viel Freude daran gehabt, uns an Events zurückzuerinnern, die zum Teil schon Jahre zurückliegen. Der Dragon Grand Prix vor Kiel 2007, bei dem Kinder zusammen mit der Künstlerin Frauke Klatt ein Segel bemalt haben, ist eine dieser besonderen Erinnerungen.

Rein emotional: Welche Veranstaltungen fehlen Euch ganz besonders?

Kieler Woche und Travemünder Woche, aber auch die kleinen Veranstaltungen wie das RealRace, YES und die majestätischen Zwölfer vor Flensburg. Vor allem aber der Störtebeker Opti-Cup vor Helgoland, das Zusammensein von Seglern, Kindern und Eltern auf der Hochseeinsel ist von der Stimmung und den sich bietenden Fotomotiven einmalig.

Wann könnt Ihr wieder aufs Wasser gehen und Fotos machen?

Wir alle stehen in den Startlöchern und warten darauf, dass es endlich wieder losgeht. Gerade eben habe ich meinen ersten Auftrag nach dem Lockdown bekommen, ich werde den CKA Safety Day am 15. August in Schilksee fotografisch begleiten. Und dann kommt natürlich im September die Kieler Woche, bei der es aus sportlicher Sicht auch viele gute Bilder geben wird.

Die Zeit, in der wir alle zu Hause waren, habt Ihr genutzt, um einen alten Wohnwagen wieder fit zu machen. Wie kam es zu diesem Projekt?

Auf der boot Düsseldorf haben wir Hannes Diefenbach seinen in die Jahre gekommenen Klappwohnwagen abgekauft. Unsere Kinder wollten schon immer einen Wohnwagen haben, also haben wir ihn übernommen und gemeinsam begonnen zu restaurieren. Die Arbeit mit Holz, Farben und Textilien macht uns allen viel Spaß, doch es dauert alles viel länger als geplant, so dass wir noch nicht fertig sind.

Wohin wird Euch die erste Reise mit dem neuen Gefährt führen?

Ursprünglich hatten wir als Jungfernfahrt die Travemünder Woche eingeplant, doch die ist inzwischen abgesagt und unsere Restaurierungsarbeiten sind auch noch nicht zu Ende. Mal sehen, ob wir zur Kieler Woche 2020 damit vorfahren.

 

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